Theorie

Medienwechsel – Revolution des Hörens

Verantwortlich: Prof. Dr. Nils Röller

www.romanform.ch

Ein Buch zu hören ist etwas anderes als ein Buch zu lesen, diese Erfahrung ist beinahe so selbstverständlich, dass sie die Reflexion nicht lohnt. Dass sie dennoch nicht banal ist, belegt der unglückliche Ausdruck „Hörbuch“. Er suggeriert das Hören dem Lesen gleiche. Die Chancen und Herausforderungen, die im Medienwechsel von visuellen zu akustischen Datenträgern liegen, werden zwar kommerziell mit dem Label „Hörbuch“ genutzt, ästhetisch jedoch aus dem Bewusstsein verdrängt. Wie die akustische Wahrnehmung sich von der visuellen unterscheidet und welche Konsequenzen dieser Medienwechsel in der Wahrnehmung für das Fühlen, Denken und Handeln hat, ist Gegenstand dieses medientheoretischen Forschungsgebiets. Ein Fokus auf individuelle, künstlerische Umgangsformen (Dieter Roth, Luigi Nono, Charles Olson) mit Kulturtechniken dient dezidiert als weiterführende Alternative zu den generalisierenden Theoriebildungen (z.B. von McLuhan oder Flusser), der zwar allgemein die Bestimmung gesellschaftlicher Entwicklungen durch Techniken der Übertragung und Speicherung postuliert hat, aber selten konkret untersuchte.

Weitere Schwerpunkte in diesem Forschungsgebiet sind die spezifisch zeitliche Dimensionen des Computers, auditive Expressivität von Rechenmaschinen, Synthese und Diskrepanz zeit- und raumbasierter Künste im digitalen Zeitalter, Zweckfreiheit von Maschinen.

Ansprechperson
Prof. Dr. Nils Röller, nils.roeller@zhdk.ch

Kooperationspartner
Vilèm_Flusser_Archiv der Kunsthochschule für Medien Köln
Centro de Estudios Andinos Bartolomé de Las Casas: AMAUTA PROJECT

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