23. September 2015

Pauline Boudry / Renate Lorenz Portrait of an Eye

03_bl_khzh_2015_installationsansichten

 

Pauline Boudry und Renate Lorenz‘ inszenierte Filme und filmische Installationen beginnen häufig mit einem Song, einer Performance, einem Film oder einem Skript der Vergangenheit. Ihre Arbeiten wie To Valerie Solanas and Marilyn Monroe in Recognition of their Desperation (2013), Opaque (2014) und I WANT (2015) stellen eine – teils fiktive und zeitenübergreifende – Kollaboration dar, die sich in einem dichten Netz von Referenzen auf experimentellen Film, die Geschichte der Photographie oder Underground (Drag-) Performance zeigt. Sie entwerfen eine eigene künstlerische Ästhetik, die mit ihren Bildern, Objekten und Relationen auch politisch zukunftsweisend ist, indem sie eingeübte Normen sowie das Verhältnis zu Anderen herausfordert. Ihre Performer sind ChoreographInnen, KünstlerInnen und MusikerInnen, mit denen sie eine langjährige Auseinandersetzung um Fragen von konkreter Utopie verbindet.

Mehr Information.

http://kunsthallezurich.ch/de/pauline-boudry-renate-lorenz

23. November 2014

„Rerouted and Disordered: On Backgrounds and Background Listening – a Narrative Investigation“ von Romy Rüegger

“All countries are burdened by their history, but the past weighs particularly heavily on Greece.” This sentence opens up historian Richard Clogg’s book, A concise history of Greece. And Clogg, at the beginning of his book further speaks of a “burden of antiquity” Greece is carrying, but leaves no suggestion of how history can develop ‘weight’ at all.

26. Mai 2014

VMK Alumni Roland Roos bekommt den Manor Kunstpreis

Roos_verde_mare_bettina-280x209

Der diesjährige Preisträger Roland Roos (*1974) überzeugte die Jury durch seine griffigen Konzepte, bei denen er ernste Aussagen mit viel Intelligenz und Humor ver­knüpft. Das Grundprinzip seiner künstlerischen Arbeit beruht auf Prozessen: Er realisiert seine Ideen über längere Zeit hinweg, geht Kollaborationen ein, eignet sich die für ein Projekt erforderlichen handwerkliche Fertigkeiten an und schafft so Kunst. Das Resultat von Roland Roos’ Projekten prägen zwar eher be­scheidene Gesten, doch inhaltlich sind seine Werke komplex: Ob er als Kunstaktion unauf­gefordert Dinge im öffentlichen Raum re­pariert oder aber eine komplette Wand des Ausstel­lungs­raums um 180 Grad dreht, immer setzt sich der Künstler mit seiner Umwelt, dem Ort und der Gesellschaft auseinander und profiliert sich mit äusserst präzisen, oft auch kriti­schen künstlerischen Kommentaren.

Für Luzern hat Roland Roos eine Fabrik entwickelt, um Produktionsprozesse und Warenlauf zu thematisieren: Der Künstler stellt darin mit seinem Team während der gesamten Ausstellungsdauer ein Produkt her, das exklusiv in den Filialen von Manor oder als Edition bei uns im Kunstmuseum erworben werden kann. Roland Roos scheut wirklich keinen Aufwand, wenn es der Sache dient.

kuratiert von Lena Friedli

 

19. Mai 2014

code unnamable

code_unnamable-3

„code unnamable“ (2014) geht von einem Textfragment der Novelle „The Unnamable“ von Samuel Beckett aus. Becketts Text wurde von Alexander Tuchacek in einen Computercode umgeschrieben, der zur Eröffnung in einer Performance live aufgeführt wird. Das Kunstprojekt ist zweiteilig und besteht aus einer performativen Aufführung und einer auto-generativen Installation. Der kurze Ausschnitt aus dem Beckett Text wird in einen Unix Shell Code verwandelt und in einer Performance ausgeführt. Durch die Ausführung entsteht ein eigenständiges Sprachvokabular, das dem Code eigene Sprachmächtigkeit ermöglicht. Das Script übernimmt immer mehr die Kontrolle, erzeugt eigene Varianten und spricht den Beckett Text schliesslich neu.

 

27.06.-06.09. | Eröffnung: Fr, 27.06. um 19.30h mit Live-Performance

05. Mai 2014

An Evening with Pauline Boudry, Renate Lorenz, Pauline Oliveros, and Gregg Bordowitz

In 1970, composer Pauline Oliveros read Valerie Solanas’s now infamous SCUM Manifesto, (1967). Inspired by the text, Oliveros composed a score, To Valerie Solanas and Marilyn Monroe in Recognition of their Desperation, which tasked performers to make autonomous choices about pitch, rhythm, and tone, and to simultaneously respond to the dynamics of the group. Pauline Boudry and Renate Lorenz’s eponymous work, from 2013, consists of a 16mm film installation portraying a performance of Oliveros’s score. Shot in a single continuous take, the camera asserts itself as an additional performer of sorts, zooming and roving unconventionally to offer up new angles on filmic, musical, and performative forms, and their possible interrelation. Boudry and Lorenz will present their film, followed by an onstage discussion with Pauline Oliveros, moderated by Gregg Bordowitz.tovalerie5

03. Dezember 2013

Chlōrós phýllon

Ausstellungsprojekt von Jürgen Baumann und VMK-Student Mathias Hauser in Kunstkasten Winterthur.

Vernissage: 13. Dezember 2013, 19 Uhr
Ausstellung: 14. Dezember 2013 bis 1. Februar 2014
Katharina Sulzer-Platz, 8400 Winterthur

Kunstkasten

Ein Stück saftiges Grün auf einer weissen Schneedecke. „Wir hoffen auf Schnee!“ Jürgen Baumann und Mathias Hauser projizieren in die Umgebung des kunstkastens Videoaufnahmen von Wäldern und Wiesen. Der Boden und eine Fassade der alten Hallen werden während den dunkleren Tageszeiten, ob mit oder ohne Schnee, als Projektionsflächen genutzt. Eine landschaftliche Ecke im urbanen Raum entsteht. Die Arbeit „Chlōrós phýllon“ ist als Zone der Ruhe zu verstehen.

Baumann und Hauser haben sich – meist unabhängig voneinander – in vielen vergangenen Arbeiten mit einem ähnlichen Thema auseinandergesetzt: Die manchmal als Reizüberflutung wahrgenommene mediale Gegenwart im Kontrast zu einem tiefen Verlangen nach Ursprünglichkeit und Ruhe. Sie sind überzeugt, dass Ruhe mehr als nichts ist und der Raum dafür aktiv geschaffen werden muss. So erstaunt es nicht, dass „Chlōrós phýllon“ diesen Teil des Erarbeitens der eigentlichen Ruhezone offenlegt: Die Technik, welche hinter dem Werk steckt, steht prominent sichtbar im Ausstellungsraum des kunstkastens selbst. Die bewegungsarmen, zur Entschleunigung einladenden Bilder ursprünglichen Grüns allerdings befinden sich als unaufdringliche Projektion draussen im eigentlichen öffentlichen Raum. Sie sind begehbar. Sie fordern zum Müssiggang auf – ein Statement zur Hektik und Schnelligkeit des oft unter Produktionsdruck stehenden Alltags.

Quelle: www.kunstkasten.ch

17. November 2013

To Valerie Solanas and Marilyn Monroe in Recognition of their Desperation

Les Complices* laden zur Eröffnung der Ausstellung „To Valerie Solanas and Marilyn Monroe in Recognition of their Desperation“, einer neuen Filminstallation von Pauline Boudry und Renate Lorenz.

Eröffnung: 20. November 2013, 18 Uhr
Ausstellung: 21. November – 14. Dezember 2013, Do/Fr/Sa, 14 – 18 Uhr

Les Complices*
Anwandstrasse 9
8004 Zürich

To Valerie Solanas and Marilyn Monroe in Recognition of their Desperation (2013), 
Installation mit Super 16mm film / HD, 18 min.

To Valerie Solanas and Marilyn Monroe in Recognition of their Desperation (2013), 
Installation mit Super 16mm film / HD, 18 min.

Sechs Performer_innen drängen auf einen Paradigmenwechsel für die Zukunft. Sie folgen der Partitur To Valerie Solanas and Marilyn Monroe in Recognition of their Desperation. Die experimentelle Komponistin Pauline Oliveros schrieb dieses Stück nach der Lektüre von Valerie Solanas‘ Text Scum Manifesto.

Entsprechend Oliveros’s Partitur wählen die Performer_innen jeweils fünf Tonhöhen aus und spielen diese als sehr lange Töne, moduliert oder unmoduliert. Im mittleren Teil des Stücks imitieren die Musiker_innen zudem gegenseitig ihre Tonhöhen und Modulationen. Lichtsignale – rot, dann gelb und schließlich blau, sowie zwei zusätzliche Stroboskopsignale – geben die Einsätze in dieser Komposition. Sollte eine der Musiker_innen dominant werden, so sind die übrigen aufgefordert, ebenfalls lauter zu spielen, um diese Dominanz wieder in die Textur des Stückes zurückzunehmen, „und damit strukturell herzustellen, was das SCUM Manifesto beschreibt. … Es war genau dieses Verständnis von Gemeinschaft einerseits und Individuum andererseits, das ich in diesem Manifest fand, und das zum Prinzip oder zur Philosophie der Musik wurde, die ich nun schrieb.“ (Oliveros)

Das Stück To Valerie Solanas and Marilyn Monroe in Recognition of their Desperation baut auf den unvorhersehbaren Möglichkeiten auf, die entstehen, wenn Tonhöhen und Rhythmen unbestimmt bleiben. Nichts ist bekannt, bevor die Musik gespielt wird. Die Instruktionen sind so gewählt, dass sie „eine kontinuierliche Zirkulation von Macht“ zwischen dem Hören und dem Produzieren von Sound herstellen, ein Geben und Nehmen, das, wie Oliversas sagt, eine besondere Aufmerksamkeit im Verhältnis zwischen Selbst und Anderen ermöglicht.

Im Film tritt die 16mm-Kamera als weitere Performer_in auf, die sich beständig bewegt und mit den Performer_innen interagiert. Die gesamte Performance des Stückes ist in einem langen Take gedreht, erst im Schnittprozess wurden extreme Close-Ups integriert, die das fetischistische Interesse an Körperteilen, Instrumenten und Kostümen betonen. Die Arbeit stellt die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen einer Politik von musikalischen und filmischen Formen. Können Sound, Rhythmus und Licht queere Verhältnisse produzieren? Können sie revolutionär werden?

To Valerie Solanas and Marilyn Monroe in Recognition of their Desperation (2013), 
Installation mit Super 16mm film / HD, 18 min.
Performance: Rachel Aggs, Peaches, Catriona Shaw, Verity Susman, Ginger Brooks Takahashi, William Wheeler

Die Ausstellung wird zusätzlich unterstützt von Service de la culture de Lausanne, Fonds des arts plastiques.

Quelle: www.lescomplices.ch

01. September 2013

Patriarchal Poetry

Die Künstlerinnen Pauline Boudry und Renate Lorenz zeigen im Badischen Kunstverein ihre Werke in einer breit gefächerten Einzelausstellung. Im Zentrum der Ausstellung steht ihre neue Filminstallation „To Valerie Solanas and Marilyn Monroe in Recognition of Their Desperation“ (2013), die in Karlsruhe Premiere feiert.

Die Arbeiten von Pauline Boudry/Renate Lorenz spüren Materialien der Vergangenheit auf, die nicht-repräsentierte oder nicht-lesbare Momente alternativer Lebensentwürfe und nicht-normativer Sexualitäten zeigen. Dabei verwenden die Künstlerinnen in ihren Filmen und Installationen eine Methode, die sie als „queere Archäologie“ bezeichnen und deren Ausgangspunkt historische Fotografien, Filme, Texte oder Songs bilden. Diese Materialien werden in Verbindung mit popkulturellen Referenzen, der Live-Performance vor der Kamera, der Wiederholung dieser Performance im Filmloop sowie der Eigenständigkeit von Kameraführung, Licht und anachronistischen Objekten reinszeniert. Dabei entsteht eine Spannung zwischen der Visualisierung als Selbstermächtigung und Glamour und der Visualisierung als Mittel der Pathologisierung und Kriminalisierung.

Badischer Kunstverein Karlsruhe

27.09.-24.11.2013

01. September 2013

Disorder of Appearance

Der diesjährige Käthe-Kollwitz-Preisträger Eran Schaerf entwickelt für die Ausstellung „Disorder of Appearance“ eine Installation, die er „Panorama“ nennt. Ausgangspunkt seiner ortsspezifischen Arbeit sind Nachrichtenbilder aus dem Netz. Schaerf untersucht ihre theatralen Strategien, wie das Medium zur Bühne wird, auf der sich Politik als Theater inszeniert. Dabei überführt er Panorama-Text-Bild-Nachrichten ins Dreidimensionale, vertont Texte ins Hörbare, materialisiert Abbilder und untersucht Sinnzusammenhänge und Bedeutungsverschiebungen in ihrer medialen Verfasstheit. Unterschiedliche Materialien und Medien kommen zum Einsatz: Text, Sprache, Fotografie, Film und Hörspiel bilden ein Ganzes, das dem Betrachter ein Panorama verschiedener Ansichten eröffnet und womöglich auch Einsichten bereithält. „Eine Panorama-Nachricht ist multiperspektivisch, mehrstimmig, fast dialogisch aufgebaut, um Wahrheit stets in den Kontext einer anderen möglichen Erzählung zu stellen.“ (Eran Schaerf)

21.09.2013 bis 03.11.2013

Akademie der Künste Berlin, Hanseatenweg, Hallen

 

01. September 2013

Sometimes it rained in the factory

Ausstellung von Kerstin Schrödinger und Mareike Bernien bei Les Complices*, Zürich

Sometimes it rained in the factory zeigt den Stand einer filmischen Untersuchung über die Herstellung, den Einsatz und die Indienstnahme von Farbe zur Zeit des Nationalsozialismus und die ihn betreffende Erinnerungspolitik. Mareike Bernien und Kerstin Schroedinger thematisieren die Bedingungen der Filmherstellung, die historischen Kontexte und materiellen Aspekte von Farbe im Film. Die Videoarbeit ist eine Bildforschung, die in und mit Archivmaterial performativ arbeitet und die Umdeutung und Neuschreibung von Bildpraktiken verfolgt. Geschichts- und Erinnerungsbilder werden in ihre Bestandteile zerlegt, um das sichtbar zu machen, was das Bild nicht zeigt.

Die Videoarbeit fragt uns, welche Rolle Farbe in der Politik des Nationalsozialismus gespielt hat. Wer stellte die Farbbilder her und was für ein Begriff von Täterschaft verbindet sich hiermit? Wie bedient sich Erinnerungspolitik der Farben oder Farblosigkeit? Welche ideologischen Sichtbarkeiten und Unsichtbarkeiten sind in das Farbmaterial eingeschrieben? Welche Rolle spielt Farbe in der Konstruktion von Erinnerung?

 

Ausstellung 19.09.2013 bis 12.10.2013 Do, Fr, Sa 14 – 18 Uhr
Les Complices*, Anwandstrasse 9, 8004 Zürich