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Eigenes Material wie fremdes erscheinen lassen – der Einsatz der Bilder in Filmen Chris Markers

Digitaler Salon mit Barbara Filser

Dienstag, 2. November 2010, 19 Uhr
VMK, Sihlquai 131, 8004 Zürich

Am Schneidetisch, so der Found-Footage-Filmemacher Bruce Conner über seine Vorgehensweise, werde jegliches Material zu fremdem Material, ungeachtet dessen, ob die Aufnahmen von jemandem anderen oder ihm selbst gemacht wurden. Dasselbe lässt auch über den Einsatz der Bilder in einigen der bekanntesten Arbeiten des französischen Filmessayisten Chris Marker sagen: Immer wieder erscheinen darin auch die eigenen Aufnahmen wie fremdes Material oder werden sogar wie solches präsentiert.

Das Verfahren mit dem Bildmaterial, das eine solche „Verfremdung“ bewirkt, wäre ausgehend von der Praxis filmischer Kompilation als eine Art Wiederaneignung zu beschreiben. Wie diese funktioniert und was sie für die jeweiligen Bilder und den Film bedeutet, soll im Vortrag an verschiedenen Beispielen untersucht werden.

Chris Marker, Sans Soleil, 1982 (Standbild)

Barbara Filser studierte Kunstgeschichte bzw. Kunstwissenschaft in München und Karlsruhe und war als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe und am Edith-Ruß-Haus für Medienkunst in Oldenburg tätig. Sie promovierte 2007 an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe mit einer Arbeit zu bildtheoretischen Aspekten in Filmen von Chris Marker (erschienen im Frühjahr 2010 unter dem Titel „Chris Marker und die Ungewissheit der Bilder“). Zuletzt war sie Postdoktorandin am Graduiertenkolleg „Mediale Historiographien“ der Universitäten Erfurt, Jena und Weimar mit einem Forschungsprojekt zur Dokumentarfotografie.

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