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Temporäre Präsenzen – Freie Energien

Alexander Tuchaček (knowbotic research)

Temporäre Präsenzen – Freie Energien
Partizipativer Event und Audio-Installation

„Temporäre Präsenzen – Freie Energien“ ist ein diskursives dialogisches Format, das als partizipative Aktion zur Eröffnung der Ausstellung „Unter Strom. Kunst und Elektrizität“ in der Shedhalle Zürich durchgeführt und während der Ausstellung als Audioinstallation vermittelt wird. In dem Kunstprojekt geht es um eine Art der exoakademischen Wissensgenerierung, die sich aus individuellen Zweier-Gesprächen der TeilnehmerInnen ergibt. Mittels eines vom Künstler programmierten und installierten autonomen Mobilfunknetzes werden während der Eröffnung Gespräche zwischen eingeladenen TeilnehmerInnen und dem Publikum geführt. Die Eingeladenen sind Menschen aus unterschiedlichen Bereichen von Wissen und Schaffen, Denken und Tun, Argumentieren und Experimentieren zum Thema Elektrizität und freier Energie. Im Ausstellungs­raum befinden sich circa 50 vorbereitete Fragekarten wie z.B. „Vor wem verbeugt sich das Elektron?“ mit entsprechenden Telefonnummern. Die privaten Zweier-Gesprächen werden aufgezeichnet und bilden so ein Archiv, das sich aus der Vielfalt der geführten Gespräche des Abends zusammensetzt.

Nach der Aktion und in der Ausstellung steht eine öffentliche Telefonnummer bereit, um sich ins Archiv einzuwählen und den Gesprächen zuzuhören. Inhalt der Gesprächschoreografie ist eine Sichtweise auf elektrischen Strom und Energie, die sich nicht in in erster Linie aus einem physikalischem Blickwinkel und einer technischen Wirkungsweise erschliesst, sondern Fragen nach Energie und Strom als etwas medial Konstruiertes stellt. Energie als vermischte Erzählung, die durch Kultur, Natur, Gesellschaft, Wissenschaft, Sehnsüchte, Wünsche und Vorstellungen erzeugt und bedingt wird. Im Projekt geht es weder um Wahrheitsfindung noch um konkrete Problemlösungen von Energiefragen, sondern um Wissensgenerierung durch Erzählungen. „Temporäre Präsenzen – Freie Energien“ versucht, einen opaken Ort zu schaffen, der eine Repräsen­tation für das Unfertige, Denkbare oder nicht Beweisbare möglich macht, in dem diese Geschichten neu gesprochen, weiter erzählt und immer neuzusammengefügt werden können.

Shedhalle
Rote Fabrik
Seestrasse 395
8038 Zürich

Freitag, 7. Oktober 2011, 19 Uhr

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