Aktuelles

Artist Talk: Thomas Kneubühler, aktuelle post-dokumentarische Arbeiten

Der Schweizer Künstler Thomas Kneubühler lebt und arbeitet seit 15
Jahren in Montréal, Kanada. In seiner Arbeit setzt sich intensiv mit
sozialen Fragen auseinander, insbesondere  mit den Folgen des
technologischen Wandels. Während frühere Projekte vor allem im
urbanen Raum angesiedelt waren, fokussieren die aktuellen Arbeiten auf
die Umgestaltung des ländlichen Raums sowie abgelegener Gegenden. So
untersuchte er mit „Under Currents“ (2011) Wasserkraftwerke in Norden
Quebecs und deren Einfluss auf die Bewohner und die Landschaft. Mit
„Days in Night“ (2013-14) erforschte er die Auswirkungen der Polarnacht
auf das Leben in einer Militär- und Forschungsstation unweit des
Nordpols. Das aktuelle Projekt „Land Claim“ setzt drei Orte in Beziehung
zu einander. Raglan, eine Nickelmine in der kanadischen Arktis, die nur
mittels Flugzeug zu erreichen ist, mit Arbeitsplätzen für rund 800
Menschen. Zug, das Steuerparadies in der Innerschweiz, wo die
Konzernspitze angesiedelt ist, und schliesslich Aupaluk, ein Inuit Dorf
in Nunavik, das durch eine geplante Eisenerzmine bedroht wird.

Integraler Bestandteil der künstlerischen Arbeit ist eine umfangreiche
Recherche, um die komplexen  Zusammenhänge, die die jeweiligen Orte
prägen, erfassen zu können. Am besten lässt sich der Charakter seiner
Arbeiten als „post-dokumentarisch“ beschreiben, mit der Verbindung von
dokumentarischen und fiktionalen Aspekten. Die Arbeiten entwerfen einen
kritischen Blick auf die Gegenwart, auf die Welt in der wir leben.minersstill_days in night

---