Aktuelles

unberechenbar nah

Rafael Adame, Trying Not to Cross the Border, 2011

Worte können nah sein. Ferne ist auch ein Wort. Zwischen dem intimen Akt des Sprechens und der Ferne reisst eine Lücke auf. Technologien der Kommunikation springen ein und inszenieren Subroutinen der gesellschaftlichen Nähe. Soziale Affekte wie Aufmerksamkeit, Interesse oder Freundschaft sollen weniger gelebt, sondern als soziales Kapital vor- und aufgeführt werden. Die Spuren eines Liebes-sms werden akribisch gesammelt, aufgezeichnet und weiter verwertet. Also wiederholt. Kann die künstlerische Aneignung der Wiederholung das Wort in eine andere Nähe rücken? Und dabei die medial erzeugte Abstandslosigkeit ausser Kraft setzen? Für eine Sekunde? Oder zwei? Die Zeit läuft. Der Toningenieur wird Ihnen schon ein Zeichen geben, wann Sie lauter werden sollen. Oder leiser. Der Film wird belichtet, während Sie dabei sind. Verpassen Sie es nicht. Zu Öffnungszeiten, unberechenbar.

Die Ausstellung präsentiert Arbeiten von StudentInnen der Vertiefung Mediale Künste der Zürcher Hochschule für Künste. Ein für die Ausstellung entwickeltes Format verwirft die Grenzen zwischen Ausstellung und Veranstaltung zugunsten einer Partitur, die die Werke und das Publikum, das Bild und die Aufmerksamkeit, den Ton und die Empfangsbereitschaft in eine kollektive Gegenwärtigkeit versetzt.

Mit Arbeiten von: Rafael Adame, Shima Asa, Jann Clavadetscher, Aylin Filiz, Ergör Gökçe, Manuela Müller, Andrea Palamarčuková, Maria-Cecilia Quadri, Lea Schaffner, Simon Rokyta, Alain Volpe

Begleitet von: knowbotiq, Eran Schaerf und Birk Weiberg

Kunstraum Kreuzlingen & Tiefparterre
Bodanstrasse 7a
8280 Kreuzlingen
www.kunstraum-kreuzlingen.ch

21. Januar bis 4. März 2012
Freitag 15 – 20 Uhr, Samstag und Sonntag 13 – 17 Uhr

Vernissage: 20. Januar 2012, 19:30

mit Dr. Nils Röller, Leitung Vertiefung Mediale Künste
Performances von Jann Clavadetscher und Maria-Cecila Quadri

Debriefing: 4. März 2012, 16:00

Yvonne Volkart, Shedhalle Zürich, und Stefan Wagner, Corner College Zürich, sprechen mit TeilnehmerInnen der Ausstellung

 

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