Aktuelles

U5 Weltmodell

Künstlergruppe U5

Ausstellung 21. – 28. August 2009
Eröffnung, 21. August 2009, 21 Uhr
Audioperformance von Thomas Meier
Galerie Mü, Müllerstrasse 47, Zürich

Segelschiffe Dubai / Foto: U5

Eine im Modell realisierte fantastische Weltanschauung der Künstlergruppe U5, deren formale Ausführung nicht als Globus, sonder zurück zu mittelalterlichen Vorstellungen der Welt als Scheibe entspricht, bietet dem Betrachter ein multimediales Kaleidoskop an Farbe, Form und Inhalt.

Auf einer 2×2 Meter grossen Platte auf Schulbänken verankert, erbaut sich eine Stadttopografie von mannigfaltiger Formensprache und Deutungsfreiheit. Kläranlage, Planetensee, Friedhof mit Stauraum für Knochen der Kriegsgefallenen, Kabelbinder-Eifelturm, Scientology Headquater mit Pool und Lovezone, Wiedereingliederungs- Anstalt mit bildender Kunst, Raupe im Goldenen Käfig, Maya Tempel, Supermarkt + Freizeitpark PSALM und und und …

Die funktionalen Gebäude wurden durch ein unübersichtliches Strassennetz verbunden, das gesäumt durch Strassenmasten die Stadt erleuchtet. Baumalleen, darunter auch ein Sunset-Boulevard mit Palmen aus Klettpflanzen, Parkanlagen und eine Gebirgskette mit unerwachtem, vulkanisiertem Ungeheuer sind weitere kleine Details aus dem Modell. In der Nachtansicht, bietet die Skyline ein fluoreszierender Farben- und Formenvielfalt, die es dem Betrachterauge unmöglich macht sich ein vollständiges Bild zu verschaffen oder einen Ruhepunkt fürs Auge zu finden. Fantastischer Realismus im Modellcharakter.

Die Frage, was den Reiz eines Weltmodells ausmacht, ergibt sich bei deren Betrachtung. Die Welt aus der Vogelperspektive gesehen, ist die Erkenntnis aus der Übersicht. Relationen werden kurz geschalten, um mittels der eigenen überdimensionierten Betrachterperspektive ein Gefühl der visuellen Vormachtsstellung zu erfahren. Doch trügt dieser Grössenwahn in diesem Weltmodell. Die Übersicht bleibt fern, zu dicht das Gesehene.

Sonne und Planetensee / Foto: U5

Die Eröffnung und Vernissage fand am 21. August 09 in der Galerie Mü statt und wurde von Thomas Meier mit einer Audioperformance begleitet und präsentiert. Dazu wurde eine Filmkamera installiert um eine zweite mediale Betrachtungsebene aus dem Modell heraus zu visualisieren. Das Modell wurde eine Woche davor von U5 in der Galerie Mü installiert und als Teil eines Work in progress, mitunter von temporär eingenommenen U5 Mitgliedern, bis zur Eröffnung fertig gestellt.

Text: Maya Minder

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Film: U5 und Thomas Meier

u5.92u.ch

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