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Pauline Boudry wird Dozentin für künstlerische Praxis

Es freut uns sehr ankündigen zu können, dass Pauline Boudry zur Dozentin für künstlerische Praxis an der Vertiefung Mediale Künste des Bachelor Medien & Kunst, ernannt wurde. Sie wird ihre Stelle ab Herbstsemester 2010/11 antreten. Sie wird gemeinsam mit Knowbotic Research (Christian Hübler, Alexander Tuchacek und Yvonne Wilhelm) und Eran Schaerf das künstlerische Profil der Vertiefung massgebend mitgestalten und weitere Felder künstlerischer Praxis erschliessen.

Pauline Boudry / Renate Lorenz, "Normal Work", Installation mit Video und 13 Fotografien, 2007

Zu ihrer künstlerische Arbeit (in Zusammenarbeit mit Renate Lorenz) realisiert, schreibt sie:

„Unsere jüngsten Arbeiten mit Medien wie Film/Video, Fotografie, Installation und Text greifen Archive historischer (Porträt-) Fotografie und historischer Filme auf. Unser Fokus ist die Geschichte sexueller und geschlechtlicher Diskurse und Praktiken und die Bedeutung von ‚Sichtbarkeit‘ seit der beginnenden Moderne. Die Arbeiten thematisieren, auf welche Weise die Inszenierung der Sichtbarkeit sowohl Funktionen wie Selbstermächtigung, Glamour und Anerkennung übernimmt, als auch von Abwertung, Pathologisierung und Kriminalisierung. Sie reflektieren die fast gleichzeitige Erfindung von Sexualität, sexuellen Perversionen und Fotografie sowie ihr Verhältnis zur kolonialen Ökonomie des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts.

Die letzten Arbeiten sind auf 16mm Filmmaterial gedreht. Dies erfordert eine konzentrierte Darstellung und unterstützt die Wahrnehmung, dass die Bilder eine ‚Performance‘ zeigen. Es handelt sich nicht um ein ‚Schauspiel‘, in dem etwa die (Drag-) Performer_in Werner Hirsch – eine Performer_in, mit d_r wir mehrfach kollaborierten – vorgibt, eine Rolle auszufüllen. Vielmehr handelt es sich um eine Reihe sorgfältig ausgeführter Handlungen, die aufgezeichnet wurden und die in der Projektion im Ausstellungsraum wiederholt werden. Thema ist die Performativität der Performance, die Handlungen, die Eingriffe und ihre Effekte. Zugleich setzen wir Konventionen der Fetischisierung und den in-Wert-setzenden Glamour filmischer Porträts für die Bilder der Performance ein. So fetischisiert der Film ‚Normal Work‘ die starken Muskeln, die Kleidung, die Männlichkeit und die schmutzigen Hände einer Hausangestellten. Der Film ‚N.O. Body‘ fetischisiert die Selbstautorisierung in der Wissensproduktion sowie das uneindeutige Geschlecht der ‚Bärtigen Dame‘ und dessen Inszenierung durch Kleidung und Pose.

Die Filme beschäftigen sich mit der Frage, wie sich heute ‚Normalität‘ umarbeiten lässt, wie sich Differenz leben lässt, ohne beständige Entmächtigung und ohne den Integrationsangeboten neoliberaler Ökonomie zuzuarbeiten.“
www.boudry-lorenz.de/biography

Pauline war als Gastdozentin bereits in den letzten Jahren in der Vertiefung präsent und wir freuen uns sehr, unsere Zusammenarbeit mit einer langfristigen Perspektive weiterführen und vertiefen zu können.

Pauline Boudry/Renate Lorenz, "Still Contagious", 2010, Video HD

Am 10. Juni 2010 eröffnet darüber hinaus im Centre d’Art Contemporain Genève die Einzelausstellung „Contagieux! Rapports contre la normalité“ mit Pauline Baudry und Renate Lorenz.

Infos dazu unter www.centre.ch.

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