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Sonntag, 01. September 2013

Disorder of Appearance

Der diesjährige Käthe-Kollwitz-Preisträger Eran Schaerf entwickelt für die Ausstellung „Disorder of Appearance“ eine Installation, die er „Panorama“ nennt. Ausgangspunkt seiner ortsspezifischen Arbeit sind Nachrichtenbilder aus dem Netz. Schaerf untersucht ihre theatralen Strategien, wie das Medium zur Bühne wird, auf der sich Politik als Theater inszeniert. Dabei überführt er Panorama-Text-Bild-Nachrichten ins Dreidimensionale, vertont Texte ins Hörbare, materialisiert Abbilder und untersucht Sinnzusammenhänge und Bedeutungsverschiebungen in ihrer medialen Verfasstheit. Unterschiedliche Materialien und Medien kommen zum Einsatz: Text, Sprache, Fotografie, Film und Hörspiel bilden ein Ganzes, das dem Betrachter ein Panorama verschiedener Ansichten eröffnet und womöglich auch Einsichten bereithält. „Eine Panorama-Nachricht ist multiperspektivisch, mehrstimmig, fast dialogisch aufgebaut, um Wahrheit stets in den Kontext einer anderen möglichen Erzählung zu stellen.“ (Eran Schaerf)

21.09.2013 bis 03.11.2013

Akademie der Künste Berlin, Hanseatenweg, Hallen

 

Mittwoch, 06. Juli 2011

kotomisi – non essential mix Vol 1

Connect. Kunst zwischen Medien und Wirklichkeit

Eine Ausstellung mit Medienkunstarbeiten des Sitemapping-Programmes (BAK) 2005-2011

Eröffnung: 13. Juli 2011, 19 Uhr
Ausstellung: 14. Juli – 11. September 2011
Spezialprogramm am 3. September 2011, 19 – 2 Uhr (Lange Nacht der Museen Zürich)
Kuratorinnen: Anke Hoffmann, Yvonne Volkart

Info: www.shedhalle.ch/de/ausstellungen/connect-kunst-zwischen-medien-und-wirklichkeit

knowbotiq (Yvonne Wilhelm, Christian Hübler): kotomisi – non essential mix Vol 1, 2011, Installation Kleidung/Hüllen/Ornamente/Stimmen

Die aus heterogenen, maschinell miteinander verbundenen Teilen bestehende Installation „kotomisi – non essential mix Vol 1“ bezieht sich namentlich auf ein traditionelles Kleidungsstück, das seit dem 16. Jahrhundert von Sklavinnen in der ehemaligen niederländischen Kolonie in Surinam, Südamerika, getragen wurde. Dieses mehrteilige Kleidungsstück „Kotomisi“ kommuniziert bis heute einen vielfältig codierten Emanzipationsprozess. So weisen die Stoffe, die zuerst in Indien, danach in Europa (auch in der Schweiz) für einen afrikanischen und südamerikanischen Markt produziert wurden, auf das globalisierte Verhältnis von Textilien- und Sklavenhandel.

Die in Anlehnung an die jeweiligen lokalen Moden produzierten Stoffe und Muster wurden oft nach aktuellen Ereignissen benannt, in Nachrichten transformiert und über „Mittelsfrauen“ distribuiert. Auch die Faltung zur Kopfbedeckung oder der Schnitt der Kleidungen wurden zur Nachricht: Sozialer Stand, psychische Befindlichkeiten der Trägerin oder klandestine Informationen im Kontext der Sklaverei wurden so für jene lesbar, die in die Geheimnisse der Codes eingeweiht waren. kotomisi als ein Medium steht gleichermaßen für die anfängliche Unterdrückung und die spätere Selbstermächtigung und gipfelt in einer voluminösen, prunkvollen und überzeichneten (weiblichen) Figuration. Aufgrund seiner Mehrdeutigkeit, Undurchsichtigkeit und Hybridität entzieht es sich jedoch einer eindeutigen Zuschreibung; zurück bleibt eine semantische Leere bei gleichzeitiger ornamentaler Überfrachtung.

Wie schon in q’s Arbeiten mit der vieldeutig-uneindeutigen MacGhillie-Figur, so steht dieser Überschuss und Rest im Kotomisi für experimentelle Möglichkeiten im Umgang mit Unbestimmtheiten und Undurchschaubarkeiten in unserer fröhlichen, auf Effizienz und formale Eindeutigkeit hin optimierten Kontrollgesellschaft. Es steht aber auch, wie die für diese generative Installation produzierte Radiosendung der Moderatorin in Niederländisch/Sranantongo und deren Un/verständlichmachen durch die männliche Stimme in Deutsch verdeutlicht, für eine un/erledigte, un/verstandene Geschichte, deren Codierung und Dechiffrierung weiterer „Mittelsmänner und –frauen“ bedarf.

Yvonne Volkart

Info: krcf.org/krcf.org/?p=370, krcf.org/krcf.org/?p=903
Working Blog: kotmisis.blogspot.com

 

 

Mittwoch, 12. Januar 2011

der Raum der abwesenden Dinge

der Raum der abwesenden Dinge
Audio-Installation von Shusha Niederberger

Im Kabinett 1 des St. Urbanhofes ist Vergangenheit auf eine eigenartige Weise spürbar. Anders als in den anderen Räumen ist die Geschichte hier nicht sichtbar: keine Wandmalereien, keine Täfelungen, Boden und Fenster sind neu. Es ist etwas Abwesendes was hier wirkt, und das hat mich sofort interessiert.

Das Erzählen ist ein uralte Strategie mit Abwesendem umzugehen. In der Sprache findet das Abwesende einen Ort, aus dem heraus es wirksam werden kann.
Die Form dieser Erzählung ist eine für diesen Raum angefertigte Programmierung, ein technischer Text. Programmierungen sind selber Sprachen, die aus einer Abwesenheit heraus wirken: wir sind es gewohnt, mit programmierten Dingen umzugehen, aber nur Fachleute haben mit den zugrundeliegenden Texten zu tun.
Die Stimme erzählt über einen Programmtext von den Dingen, die diesen Raum geformt haben und die unsere Wahrnehmung des Raumes formen, sobald wir von ihnen wissen.

Die Stimme wird mit Körperschallwandlern direkt auf den Raum übertragen. Der Boden und die Bank werden zum Lautsprecher, der Raum selber spricht.

Die Installation ist auch ein Versuch über die Möglichkeiten von Programmiersprachen, als poetische sprachliche Objekte zu funktionieren.

15.01. – 13.03.2011
Eröffnung: 14.01.2011, 19:30 Uhr

St. Urbanhof, Theaterstrasse 9, 6210 Sursee
im Rahmen der Ausstellung „Aktuelle Kunst aus der Region 2011“

Shusha Niederberger ist wissenschaftliche Mitarbeiterin für künstlerische Praxis
http://www.shusha.ch

Sonntag, 24. Oktober 2010

Paradise Now

Alexander Tuchačeks „Paradise Now“ führt einen Ausschnitt aus Filmaufnahmen der Theatergruppe The Living Theatre wieder auf. Deren gleichnamiges Stück von 1968 baut auf Zuschauerbeteiligung und Improvisation auf.

„Paradise Now“ befragt anhand des historischen Materials Freiheitsversprechen, Paradiesentwürfe und die damit verbundene Politik des Körpers.

Zwei Videoprojektionen zeigen zeitversetzte Ausschnitte des fast stillstehenden historischen Filmdokuments. Der Raum wird durch ein Mehrkanal-Audiosystem mit dem Originalton der Aufnahmen in Eigenschwingung versetzt. Eine Software erkennt Veränderungen der Eigenresonanz des Raums und steuert damit die Geschwindigkeit des Videos und der Tonwiedergabe. Nur durch ein aktives Herantasten im Raum werden Statements der Protagonisten wieder zugänglich und verständlich.

Shift Festival Basel
28. – 31. Oktober 2010
Eröffnung: 28. Oktober, 19 Uhr
Artist Talk mit  Alexander Tuchačeks: 13. Oktober, 15:30 Uhr
www.shiftfestival.ch

Freitag, 22. Oktober 2010

Klangfeld Cassiopeia


Einweihung der Kunst-und-Bau-Arbeit „Klangfeld Cassiopeia“ von Andres Bosshard

in Zusammenarbeit mit metallatelier.de
ober- und unterirdisches Klangkonzert mit Zoro Babel

Das W des Sternbildes Cassiopeia ist vom Himmel auf den Platz der Sportanlage Heerenschürli gefallen und dort nicht liegen geblieben. Die in Metall gegossenen Namen der Hauptsterne kann man zwar auf den Gullideckeln lesen, zu hören ist Cassiopeia aber aus der Tiefe des Abwassersystemes der Sportanlage. Dort loten wasserbetriebene Klanginstrumente die Echoräume der Wasserschächte aus. Für diesen Abend kommunizieren die Ober- und Unterwelt auf spezielle Weise: Eine eigens für diesen Anlass komponierte Einspielung füllt den unterirdischen Klangraum – der Schlagzeuger Zoro Babel spielt oberirdisch auf unterschiedlich platzierten Klangsteinen live dazu.

Donnerstag, 28. Oktober 2010, 18:00
Sportanlage Heerenschürli, Helen-Keller-Strasse 20, Zürich-Schwamendingen
 

2. Teil der Projektreihe für das Kunst-und-Bau-Projekt Sportanlage Heerenschürli,
Veranstalter: Fachstelle Kunst und Bau, Stadt Zürich

Weitere Infos

Dienstag, 20. April 2010

Ausstellung von Pauline Boudry und Renate Lorenz im Les Complices*

CHARMING FOR THE REVOLUTION
Pauline Boudry und Renate Lorenz
Eröffnung: Mittwoch, 21. April 2010, ab 18 Uhr
Ausstellung bis Samstag, 15. Mai 2010
Do – Sa: 14 – 18 Uhr

Setfoto aus "Charming for The Revolution", 2009

„Der Film ist charmant, aber immer noch Arbeit. Die Arbeit zu fordern, was schon längst uns gehören sollte.“ (P.B. / R.L.)

Meist gefilmt auf 16mm, in einer Ästhetik, welche die Eigenständigkeit von Kamera, Musik, Kostümen und Requisiten betont, produzieren die Filme von Pauline Boudry und Renate Lorenz Performance als eine „queere Archäologie“. Sie spüren vergessene historische Momente auf, in denen Verkörperungen und soziale Konstellationen jenseits von Normen sichtbar wurden.

CHARMING FOR THE REVOLUTION, eine Installation bestehend aus einer Serie von Fotografien und einem 16mm Film – produziert im Rahmen des Festivals „Live Film-Jack Smith“, Berlin 2009 – ist ein Manifest, das „charmant ist, aber immer noch Arbeit“. Mit einem Augenzwinkern zu Jack Smith, dem New Yorker Underground Performer und Filmemacher der 60er bis 80er Jahre, aber auch zu der Geschichte queerer und feministischer Forderungen wie „Wages for Housework!“ lässt dieser Film die „Hausfrau“ als eine Figur uneindeutigen Geschlechts und offener Zukünftigkeit wieder auferstehen. Weitere Referenzen zirkulieren zum revolutionären Tier-Werden Deleuze-Guattaris, den von Walter Benjamin beschriebenen Dandys des 19. Jahrhunderts, die aus Protest gegen den Zeittakt der Industrialisierung Schildkröten an Leinen spazieren führten, bis zu Pasolinis ironisch-kapitalismuskritischem Film „Grosse Vögel, kleine Vögel“.

Les Complices*
Anwandstrasse 9
8004 Zürich
www.lescomplices.ch

Samstag, 20. März 2010

Aktuelle Projekte von Eran Schaerf

Twice upon a time

Installation in der Gruppenausstellung „Make the Most of Now“
Kunsthalle Exnergasse Wien, 25. März – 24. April 2010
Kurator: Max Benkendorff

www.wuk.at/event/id/14453

Mein Gedächtnis beobachtet mich

Film von Eva Meyer und Eran Schaerf

Ambulante – Travelling Film Festival, Mexiko
12. Februar – 6. Mai 2010
Kurator: Eduardo Thomas

www.ambulante.com.mx/2010/en/

Nichts wie jetzt (BR 2009)

Hörspielsendung in BR2, 9. April 2010

www.br-online.de/bayern2/hoerspiel-und-medienkunst/

Die Stimme des Hörers (BR 2002)

Installation beim Festival
Resonanzen 2010 – Festival fuer Hörkunst
15. – 17. April, 2010, Leipzig

www.resonanzen-leipzig.de

Nacktscanner

artist insert in: Du – Das Kulturmagazin
Ausgabe 804, März 2010

Kurator: Roman Kurzmeyer

www.du-magazin.com

Polizei-Feedback. Ein Interview mit René Magritte

Audiobeitrag in: Herbert Kapfer / Margit Rosen (Hrsgg.), Der Künstler als junger Hund. Peter Weibel Tribute
tribute albuminternedium rec. 044

www.intermedium-rec.com

Umgekehrte Assimilation. Das bis dahin und weiterhin nicht Gesehene

Text-Bild-Beitrag in: Beatrice von Bismarck (Hrsg.), Kunst, Sichtbarkeit, Ökonomie
Verlag für moderne Kunst Nürnberg

www.montag-stiftungen.com/elfenbeinturm4-publikation/

Freitag, 29. Januar 2010

huwwara _ anybody, looking

huwwara _ anybody, looking

Preview of the project: huwwara _ anybody, looking

Opening Friday January 29th, 18.00 – 20.00
Official opening by Andreas Broeckmann 19.00 hrs

With pleasure we announce the preview of the project „huwwara _ anybody, looking“ by the artists collective Knowbotic Research. It’s a project they have realized with the help of the Artists in Residence Program at NIMk. The installation „huwwara _ anybody, looking“ is being exhibited at NIMk firstly as a preview and will afterwards be shown amongst other places at FACT, Liverpool and the Edith-Russ-Site for Media Art, Oldenburg.

a participative dis/play

A female voice recounts the TV-report about an interrupted and failed suicide attack by a Palestinian boy on an Israeli checkpoint. Or is the voice narrating a dream about the hybridisation of the suicide bomber with a military robot and its surrounding security architecture, merging both and turning them into an undecodable, computer-animated being?

„huwwara _ anybody, looking“ is an installation consisting of different sets, media and viewing formats (an audio piece, a single-screen computer animation, a double-screen interactive video). The installation is based on the re-enactment of video footage, archived on Youtube, of a report from Israeli TV Channel 2. The installation enables the observer, placed in a „third position“, a vexing immersion into his/her ways of looking at, and perceiving of, extremely overcoded protagonists such as suicide bombers and high-tech military actors. Interjected is a doubled, apparently inconspicuous view of the neutral silhouette of a Palestinian city at night. The display of the restaged TV scene provides access to a „narrative of strangeness“, an opaque extension to the existing demonizing imagery applied from both sides of the political antagonism in the Middle East, as well as a displacement of super-hero figurations from adolescent role model techniques.

The collective Knowbotic Research consists of the artists Yvonne Wilhelm (*1962), Christian Huebler (*1962), and Alexander Tuchacek (*1962), who are based in Zurich/Switzerland. The group experiments with urbanity, the construction of knowledge and political representations in public spheres. http://krcf.org

Opening hours Saturday January 30th and Sunday January 31st from 13.00 – 18.00 hrs, free entrance

Quelle: NIMk