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Montag, 06. Mai 2013

Lücken, Busse. Tun & lassen – Dieter Roth, von der „Nichtkönnenseite“ her betrachtet

Foto: Florian Neuner

Vortrag von Florian Neuner

Lücken, Busse. Tun & lassen – Dieter Roth, von der „Nichtkönnenseite“ her betrachtet

Ein Beitrag zum Seminar Sich schreiben: „Roth rezipiert Franz Kafka“ (Theorie VMK)
Florian Neuner wird vorgestellt von Adrian Hummel

7. Mai 2013, 17 – 19 Uhr
Vertiefung Mediale Künste / BA Medien und Kunst
Sihlquai 131, Raum 1.7
8031 Zürich

Tomas Schmit sprach davon, dass die „medaille roth“ eine „können- und eine nichtkönnenseite“ aufweise. Auf letzterer sind eindeutig Roths musikalische Aktivitäten zu verorten, die ihren Höhepunkt in den 1970er Jahren erlebten, als die Konzerte mit „Selten gehörter Musik“ stattfanden. Sein künstlerisches Tun könnte man mit einer Skala analysieren, die von handwerklicher Meisterschaft über Verleugnung des Handwerks bis hin zu eben diesem provokativen Dilettantismus führt. Zu trennen sind diese Aspekte eines Œuvres nicht, über dem als Motto stehen könnte: Man muss alles übertreiben. Ist die posthume Karriere des Künstlers Dieter Roth beachtlich, so stehen sein literarisches, und erst recht sein musikalisches und radiophones Werk nach wie vor immer so sperrig in der Landschaft, als sei ihnen der Stachel noch nicht gezogen. Der Vortrag mit Hörbeispielen unternimmt einen Anlauf, sich dem Kosmos Roth von Nichtkönnenseite her zu nähern.

Florian Neuner

Geboren 1972 in Wels, lebt als Schriftsteller in Berlin. Journalistische Arbeit u. a. für Deutschlandradio (Neue Musik). Gemeinsam mit Ralph Klever Herausgeber der Zeitschrift Idiome. Hefte für Neue Prosa, die sich der avancierten Prosa jenseits narrativer Clichés verschrieben hat. Mitglied der Künstlervereinigung MAERZ, Linz. Seit 2001 Veröffentlichung von Prosabänden, in denen Montagetechniken eine zunehmende Rolle spielen, kulminierend in Zitat Ende (Klagenfurt: Ritter Verlag 2007). Seit einigen Jahren intensive Beschäftigung mit dem Ruhrgebiet, Teilnehmer der Ausstellungen EMSCHERKUNST.2010 und EMSCHERKUNST.2013. Gemeinsam mit Crauss musikalische Experimente auf den Spuren von Dieter Roth. Jüngste Publikationen: Ruhrtext. Eine Revierlektüre (Wien: Klever Verlag 2010), Satzteillager (Wien: Klever Verlag 2011). Gemeinsam mit Rainer Riehn Herausgeber von Heinz-Klaus Metzgers gesammelten Schriften zu John Cage: Die freigelassene Musik (Wien: Klever Verlag 2012), gemeinsam mit Christian Steinbacher von Chris Bezzel: isolde und tristan (Solothurn: roughbooks 2012). Mit dem Komponisten Harald Muenz erarbeitete er für das Kammerensemble Neue Musik Berlin ein Stück mit dem Titel Raus auf die Straße! Luft! ¡A la calle! ¡Fuera!, das im Rahmen des zweiteiligen Festivals „Clang Cut Book“ 2013 in Berlin und Buenos Aires aufgeführt wird. Aktuelle Arbeitsgebiete: sozialistische Stadtutopien und Inseln.

 

Montag, 14. November 2011

Moby Dick Revisited # 2

Moby Dick Revisited # 2 – Akustische Expedition und Grundlagenforschung zum 160. Geburtstag des Romans („Es gibt manche Unternehmungen, bei denen ist eine sorgsame Unordnung die beste Methode.“ Aus dem Kapitel: Ruhm und Ehre des Walfangs) Hermann Melvilles Roman Moby-Dick; or, the Whale, der am 14. November 1851 zum ersten Mal veröffentlicht wurde, war zu Lebzeiten seines Autors kein Erfolg beschieden. Heute ist er längst in das kollektive Gedächtnis unserer Kultur eingegangen und gilt als „Zeugnis einer geradezu seismographischen kulturellen Selbstbeobachtung, die auch an unsere Gegenwart noch entscheidende Fragen stellt: Fragen der Geopolitik und Globalisierung, der Versicherung und Technik, der kulturellen Identität und ihrer transnationalen Auflösung, des Kolonialismus und Imperialismus, der Territorialisierung und Deterritorialisierung; Fragen nach den Gegensätzen von Staat und Wirtschaft, von Land und Meer, Macht und Norm, Geld und Moral.“ (Weimarer Moby-Dick-Runde)

Der Mythos ist omnipräsent, die Geschichte von der Jagd nach dem Weißen Wal kann für die globalen Machtansprüche einer jeden Supermacht stehen, aber auch für die leere Besessenheit einer von Gott verlassen Welt oder das Aufbäumen einer bedrohten Art. Melville konstruierte seinen Roman aus 135 formal unterschiedlichen Kapiteln: vom Abenteuerroman bis zur Chronik, von philosophischem Exkurs bis hin zur wissenschaftlichen Abhandlung. Die am 19. November 2011 angelegte 2. Grundlagenforschung (# 1 fand am 17. Juni 2011 im Burgtheater/Wien statt) wird die Fortschreibung einer umfangreichen Annäherung sein. So wird sich der Abend im Panzerkreuzer VOLKSBÜHNE, der sich zum Wal- und Seelenfänger Pequod wandelt, aus der Parallelität von Vorträgen bildender Künstler, Journalisten und Autoren, aus Musik, Filmen und Diskussionen zu einer einzigartigen polyphonen Erfahrung entwickeln. Durch die flottierenden Gedanken, Sätze und Musiken kann jeder Zuhörer nach eigenem Kompass navigieren und sich seine Lektüre des Romans zusammensetzen.

Im SPECKRAUM, dem Großen Haus, liest die Mannschaft – KathrinAngerer, Hendrik Arnst, Frank Castorf, Irm Hermann, Marc Hosemann, Ulrich Matthes, Caroline Peters, René Pollesch, Silvia Rieger, Bernhard Schütz, Jeanette Spassova, Axel Wandtke, Peter Wawerzinek u.a. – sämtliche 135 Kapitel. Im Geleitschutz von Thomas Ernst Brunnsteiner (Journalist, Walfänger und Blinder Passagier), Jörg Diernberger (Autor, Musiker, Whale Watching -Streicheln & Schlachten), Ronald Düker (Journalist, Vom Ende des Wilden Westens), Dietrich Kuhlbrodt (Filmkritiker, Staatsanwalt a.D., 1 Blauwal = 100.000 Päckchen Margarine), Nils Röller (Medientheoretiker, Das Ich als Schiff – Ahabs Steuer), Mex Schlüpfer (Der Geist in den Wassern), Johannes Stüttgen (Künstler & wichtiger Mitstreiter von Joseph Beuys, Das weiße Pferd). Der Literatur- und Kulturwissenschaftler Joseph Vogl spricht über Das charismatische Tier, Ethel Matala de Mazza und Burkhardt Wolf kommentieren einzelne Kapitel von Moby Dick kulturwissenschaftlich. Weiter mit Elke Havekost, Sir Henry am Klavier, zum krönenden Abschluss DJ Sir William.

In der OFFIZIERSMESSE: Seemannsmusik (Volksbühnenchor). Im FRACHTRAUM: Maritime Köstlichkeiten. Konzept & Leitung: Philipp Hauß und Henning Nass.

19. November 2011, 20 Uhr
Volksbühne Berlin
Großes Haus

Dienstag, 30. August 2011

99 potentielle Bücher

Im September 2011 findet in der Villa Mainau unter dem Titel „Das begehbare Buch“ eine von Orell Füssli initiierte und koordinierte Veranstaltung statt: In die über zwanzig Zimmer der Villa ziehen für die Dauer der Ausstellung verschiedenste Verlagshäuser und andere Partner ein. Das Dachgeschoss wird von der ZHdK mit einer Gruppe von Studierenden aus drei Departementen und vier Studiengängen sowie Basil Rogger, Ruedi Widmer (ZHdK) und Stefan Zweifel bespielt.

Im Rahmen der einmonatigen Ausstellung im Dachstock der Villa Mainau sowie an zwei Abendveranstaltungen bearbeitet „99 potentielle Bücher“ das Verhältnis von Realität und Potentialität in den Künsten. Neben der Präsentation von historischen Fakten könnte sich in den Ausstellungsräumen auch eine sich entwickelnde Bibliothek potenzieller Literatur präsentieren.

„Und alles, was dazwischen war“
Die Leben der Sammlerin und Autorin Mina Schirmherr

Ausstellung im Rahmen von „Das begehbare Buch“
Veranstaltet von der Stiftung Mina Schirmherr unter Mitarbeit von Studierenden der ZHdK.

2. – 30. September 2011, täglich von 11:30 – 19:00 Uhr
Villa Mainau, Seefeldstrasse 82, Zürich (Dachgeschoss)

Veranstaltungen

Freitag, 2. September 2011, 19:30 Uhr, Eintritt frei
Lese-Abend: Oulipo

Stefan Zweifel begrüsst bekannte Unbekannte und unbekannte Bekannte zur oulipoetischen Lektüre. Georges Perec, Raymond Queneau, Harry Matthews, Italo Calvino, Eugen Helmle, Oskar Pastior: Sie alle waren und sind bekennende und aktive Oulipoeten, Mitglieder des „Ouvroir de Littérature Potentielle“ (Werkstatt für potentielle Literatur). „Poetische Freiheit durch formale Zwänge“ ist ihr Credo und aus diesen selbstauferlegten Regeln entwickeln die Oulipoeten Literatur voller Kraft, Ironie und Leichtigkeit. An seinem Lese-Abend bittet Stefan Zweifel bekennende Schweizer Oulipoeten und Oulipo-Anhänger, ihre Lieblings-Texte zu zitieren, zu rezitieren, zu singen, zu interpretieren.

Donnerstag, 15. September 2011, 19:30 Uhr, Eintritt frei
Katalog-Vernissage „99 Bücher aus der Sammlung Mina Schirmherr“

Mina Schirmherr war nicht nur eine legendäre Büchersammlerin, sie wohnte sogar einmal in der Villa Mainau. Erstmals wird in diesem Katalog eine Auswahl von 99 Büchern aus ihrer Sammlung einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Programm und weitere Informationen: www.books.ch/dasbegehbarebuch

 

Mittwoch, 23. März 2011

Zuflucht und Sehnsucht – fremde Dichter in Zürich

Eine Ausstellung der Zentralbibliothek Zürich
7. April bis 3. September 2011

Mit audiovisuellen Rauminstallationen von Jann Clavadetscher, Patrick Kull, Matthias Moos und Andreas Selg (Vertiefung Mediale Künste)
Kurator: Raffael Keller

Predigerchor der Zentralbibliothek Zürich
Predigerplatz 33
8001 Zürich

Vernissage: Mittwoch, 6. April 2011, 18 Uhr
Vortragssaal der Zentralbibliothek Zürich

  • Prof. Dr. Susanne Bliggenstorfer
    Begrüssung durch die Direktorin der Zentralbibliothek Zürich
  • Raffael Keller
    Einführung durch den Kurator der Ausstellung
  • Johannes Fast
    liest aus Zürcher Impressionen von Sophie von La Roche, Franz Blei und Bruno Schönlank
  • Kultur und Volk
    Der Zürcher Chor singt Emigrantenlieder

Anschliessend Apero und Besuch der Ausstellung

Öffnungszeiten der Ausstellung
Montag bis Freitag 13 – 17 Uhr Samstag 13 – 16 Uhr

Abendvorträge

jeweils Montag, 18 Uhr

  • 18. April, Bernhard Echte „Doktor Schein und Doktor Sinn gingen ins Café …“. Der Dichter, Übersetzer und Bohemien Ferdinand Hardekopf in Zürich
  • 16. Mai, Stefan Zweifel Spiegelgasse an der Wand, wer ist die grösste Avantgarde im Land? Als Lenin in Lavaters Leber DADA fand
  • 6. Juni, Manfred Papst Kein keuscher Jüngling nach Bodmers Gnaden. Klopstocks Zürcher Reise im Jahr 1750
  • 4. Juli, Ruth Frehner und Ursula Zeller (Zurich James Joyce Foundation) „and wider he might the same zurichschicken …“. Nach Zürich geschickt, nach Zürich zurückgekehrt: James Joyces Zürcher Zeit

Literarische Spaziergänge

jeweils Samstag, 13 Uhr (Treffpunkt: Predigerchor)

  • 30. April, Ute Kröger
  • 28. Mai, Rainer Diederichs
  • 25. Juni, Karin Schneuwly
  • 16. Juli, Christine Lötscher