Artikel mit ‘Medientheorie’ getagged

Mittwoch, 12. September 2012

Platons Airbus

Quelle: www.jimmyfromshinagawa.com

Am 18. September 2012 startet die öffentliche Vorlesung von Nils Röller, VMK-Leitung, im Vortragssaal der ZHdK.

Die Vorlesung stellt zentrale Texte und Begriffe der Medien- und Kulturtheorie in ihren Kontexten dar, übt die Übertragung und Anwendung der Begriffe auf gegenwärtige Phänomene.

Mit der Medientheorie im Handgepäck beginnen wir den Flug in einem üblichen Grossraumfahrzeug und beobachten, was uns widerfährt, wenn wir auf engstem Raum schlafen, essen und uns unterhalten. Als Passagiere eines technischen Geräts erkunden wir die Grenzen zwischen Gestaltung, Technik und Kunst. Dabei rekapitulieren wir Schlüsselszenen der Medien- und Kulturgeschichte, indem wir anhand von ausgewählten Texten, Bildern und technischen Artefakten wie Papier, Stift, Display, Tastatur diskutieren, wie jede Technik unser Verhältnis zur Welt moduliert.

In einem Bonus-Track stellen Kolleginnen und Kollegen ein Kunstwerk vor, das sie auf einer einsamen Insel oder unter den restriktiven Bedingungen einer Raumstation, z.B. bei einem Aufenthalt in Fritz Hallers Space Colony, nicht vermissen möchten.

Alle Termine findet man in der ZHdK Agenda: www.zhdk.ch/?agenda/detail&vid=15729

Mittwoch, 21. März 2012

Fritz Haller – Architekt und Forscher

„Bodenlosigkeit – Hoffnungslosigkeit. Denkmittel Vilém Flussers und Fritz Hallers

«Space colony – eine Siedlung für 1000 Bewohner im erdnahen planetarischen Raum» ist der Titel eines Projekts, das Fritz Haller basierend auf einer Studie an der Universität Karlruhe (1980) vorstellte. Das Projekt formuliert Vorschläge für die Planung von Lebensformen unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit. Es korrespondiert mit Überlegungen des Medientheoretikers Vilém Flusser zur Bodenlosigkeit, einem Begriff der ethische und ästhetische Aspekte technischer Innnovation diskutiert. Der Vortrag vergleicht unter diesem Blickwinkel die theoretischen Ansätze Flussers und Hallers.

http://www.stalder.arch.ethz.ch/symposien/fritzhaller

Montag, 14. November 2011

Moby Dick Revisited # 2

Moby Dick Revisited # 2 – Akustische Expedition und Grundlagenforschung zum 160. Geburtstag des Romans („Es gibt manche Unternehmungen, bei denen ist eine sorgsame Unordnung die beste Methode.“ Aus dem Kapitel: Ruhm und Ehre des Walfangs) Hermann Melvilles Roman Moby-Dick; or, the Whale, der am 14. November 1851 zum ersten Mal veröffentlicht wurde, war zu Lebzeiten seines Autors kein Erfolg beschieden. Heute ist er längst in das kollektive Gedächtnis unserer Kultur eingegangen und gilt als „Zeugnis einer geradezu seismographischen kulturellen Selbstbeobachtung, die auch an unsere Gegenwart noch entscheidende Fragen stellt: Fragen der Geopolitik und Globalisierung, der Versicherung und Technik, der kulturellen Identität und ihrer transnationalen Auflösung, des Kolonialismus und Imperialismus, der Territorialisierung und Deterritorialisierung; Fragen nach den Gegensätzen von Staat und Wirtschaft, von Land und Meer, Macht und Norm, Geld und Moral.“ (Weimarer Moby-Dick-Runde)

Der Mythos ist omnipräsent, die Geschichte von der Jagd nach dem Weißen Wal kann für die globalen Machtansprüche einer jeden Supermacht stehen, aber auch für die leere Besessenheit einer von Gott verlassen Welt oder das Aufbäumen einer bedrohten Art. Melville konstruierte seinen Roman aus 135 formal unterschiedlichen Kapiteln: vom Abenteuerroman bis zur Chronik, von philosophischem Exkurs bis hin zur wissenschaftlichen Abhandlung. Die am 19. November 2011 angelegte 2. Grundlagenforschung (# 1 fand am 17. Juni 2011 im Burgtheater/Wien statt) wird die Fortschreibung einer umfangreichen Annäherung sein. So wird sich der Abend im Panzerkreuzer VOLKSBÜHNE, der sich zum Wal- und Seelenfänger Pequod wandelt, aus der Parallelität von Vorträgen bildender Künstler, Journalisten und Autoren, aus Musik, Filmen und Diskussionen zu einer einzigartigen polyphonen Erfahrung entwickeln. Durch die flottierenden Gedanken, Sätze und Musiken kann jeder Zuhörer nach eigenem Kompass navigieren und sich seine Lektüre des Romans zusammensetzen.

Im SPECKRAUM, dem Großen Haus, liest die Mannschaft – KathrinAngerer, Hendrik Arnst, Frank Castorf, Irm Hermann, Marc Hosemann, Ulrich Matthes, Caroline Peters, René Pollesch, Silvia Rieger, Bernhard Schütz, Jeanette Spassova, Axel Wandtke, Peter Wawerzinek u.a. – sämtliche 135 Kapitel. Im Geleitschutz von Thomas Ernst Brunnsteiner (Journalist, Walfänger und Blinder Passagier), Jörg Diernberger (Autor, Musiker, Whale Watching -Streicheln & Schlachten), Ronald Düker (Journalist, Vom Ende des Wilden Westens), Dietrich Kuhlbrodt (Filmkritiker, Staatsanwalt a.D., 1 Blauwal = 100.000 Päckchen Margarine), Nils Röller (Medientheoretiker, Das Ich als Schiff – Ahabs Steuer), Mex Schlüpfer (Der Geist in den Wassern), Johannes Stüttgen (Künstler & wichtiger Mitstreiter von Joseph Beuys, Das weiße Pferd). Der Literatur- und Kulturwissenschaftler Joseph Vogl spricht über Das charismatische Tier, Ethel Matala de Mazza und Burkhardt Wolf kommentieren einzelne Kapitel von Moby Dick kulturwissenschaftlich. Weiter mit Elke Havekost, Sir Henry am Klavier, zum krönenden Abschluss DJ Sir William.

In der OFFIZIERSMESSE: Seemannsmusik (Volksbühnenchor). Im FRACHTRAUM: Maritime Köstlichkeiten. Konzept & Leitung: Philipp Hauß und Henning Nass.

19. November 2011, 20 Uhr
Volksbühne Berlin
Großes Haus