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Donnerstag, 25. Februar 2010

Temporäre Präsenzen – Handy-Performance

Im Dock 18 wird spontan eine autonome Handy-Funkzelle aufgeschaltet. Diese ist nur temporär für einige Stunden erreichbar und verschwindet danach wieder. Über diese Basestation werden eigene Telefonnummern vergeben, die nur darüber erreichbar sind. Es werden verschiedene Leute, Studenten und andere Gäste geladen, die zu einem selbstgewählten Wissensgebiet Fragen vorbereiten haben zu denen sie in einem privaten Telefongespräch Auskunft geben.

Im Laufe der Performance läuten Telefone im Raum, Menschen sprechen miteinander, stellen sich Fragen, der Raum verdichtet sich zu einer Vielzahl von lokalen Gesprächen. Man kann teilweise mithören, mal ist es möglich einen Experten oder mal auch einem Fragenden zuzuhören. Manchmal geht die Verständlichkeit im Barbetrieb und den Hintergrundgeräuschen unter. Es lässt sich nicht eruieren, was es mit dieser Betriebsamkeit auf sich hat. Alle Gespräche werden mitgeschnitten, im Laufe der Performance werden Teile der Mittschnitte im Raum hörbar, mal verdoppeln sie sich, mal kurz mal länger springen Gesprächsmitschnitte in Raum, die Gespräche der Handy-Nutzer werden kurzfristig unterbrochen. Die Performance dauert ca. 45 min. und verschwindet ebenso wie sie begonnen hat.

Freitag, 26. Februar 2010, 29 Uhr
Dock 18 @ Rote Fabrik, Seestrasse 395, 8038 Zürich
Livestream

Montag, 01. Juni 2009

Wir gratulieren Oscar zum Gewinn des Förderpreises der ZHdK für seine Diplomarbeit!

Genderfiktion

Performance von
De La Fuente Oscar De Franco,
Diplomarbeit Vertiefung Mediale Künste
Mentorierung: Eran Schaerf, Felix Stalder
28. Mai 2009, Vortragssaal ZHdK

“Die Evolution des Lebens, besonders die Entwicklung immer höherer Arten, hat mit dem Menschen nicht ihr Ende gefunden, sondern geht weiter. Der Unterschied zu früher ist aber der, daß nicht nur die Natur neue Arten hervorbringt, sondern daß mit dem Menschen zum ersten Mal auf diesem Planeten ein Wesen entstanden ist, das über soviel wissenschaftliches und technisches Geschick verfügt, daß es bewußt und gezielt neue Arten hervorbringen kann. Im Verlaufe einer bewußt und gezielt betriebenen Evolution könnten höhere Lebewesen entstehen, die intellektuell, kulturell, ethisch, ästhetisch und gefühlsmäßig /emotional soweit über uns Menschen stehen, wie wir über den Affen. So wie wir Menschen vereinfacht ausgedrückt ‘Transschimpansen’ sind, so würden diese Wesen ‘Transhumane’ sein. (Andere benutzen hier den Begriff ‘Post-Humane’.)”
Peter Möller, 1999, Was ist Transhumanismus?

Genderfiktion

Solche Ansichten sind weniger ungewöhnlich als sie das vielleicht scheinen. Wir begegnen ihnen immer wieder. Sie werden von seriösen Wissenschaftlern wie von spekulativen Science Fiction Autoren, von globalen Konzernen und auch von d.i.y. Bastlern, von optimistischen Techno-Enthusiasten wie auch von pessimistischen Kritikern geäussert. Wer sich mit diesem Thema beschäftigt, und nicht einfach die Ansichten eines Lagers übernimmt, begibt sich in eine Grauzone von Wissenschaft und Fiktion, in der Utopien und Dystopien kaum noch voneinander zu trennen sind. Diese Ideen beziehen ihre Kraft nicht zuletzt dadurch, dass sie uralte Mythen (etwa: ewige Jugend) in eine gegenwärtige Form bringen und damit tiefe Sehnsüchte und Wünsche der Menschen ansprechen.

Die Performance Genderfiktion bewegt sich durch diese Grauzone und lotet das Spannungsfeld der körperlichen Perfektionierung und der Entstehung eines neuen Menschenbilds aus.

Genderfiktion