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Dienstag, 06. Oktober 2009

VMK beim Shift-Festival

Die VMK freut sich beim diesjährigen Shift-Festival, das sich dem Thema Magic widmet, gleich zwei mal vertreten zu sein. Im Rahmen von shift in progress zeigt die Gruppe U5 ihre Arbeit Fashion Force und in der regulären Ausstellung ist GodMode der VMK-Mitarbeiterin Shusha Niederberger zu sehen.

www.shiftfestival.ch


U5 - Fashion Force

U5: Fashion Force (2009)

Fashion Force ist die Verbindung von Ornament und ausgedienter Technologie. Seit der Moderne zählt in unserer Kultur das Abstrakte und die reine Form. Seit einiger Zeit wird das Ornament wieder entdeckt und damit das archaische Schmuckbedürftnis des Menschen. Das Ornament in der Kultur ist religiös, zweckbestimmt und dekorativ. Vom Menschen Verehrtes wurde immer schon verziert: Tempel, Trachten, Meissner Porzellan. In der Tierwelt kann es etwas Überlebenswichtiges sein. Das Verzieren an sich ist Vergötterung eines Objektes. Und Technologie ist die Religion. Es grüsst U5

u5.92u.ch


GodMode

Shusha Niederberger: GodMode (2009)

Eine Installation zu den Zaubersprüchen der Programmiersprachen: eine externalisierte Selbstgesprächsanordnung lässt die Zeichen in ihren verschiedenen Medien zirkulieren und überspringen. Währenddem die Zeichen im Prozessor des Rechners direkt verarbeitet werden und als schwebendes Treppenhaus in der Animation ihre Runden drehen, nimmt der gemurmelte SourceCode derselben Animation den Umweg durch den Raum, lässt sich vom Besucher dreinreden und wirkt dann auf das Bild zurück. Nur hartnäckiges Schweigen aller Akteure kann das Geknäuel des Treppenplaneten wieder zur Spur verdünnen und diese langsam auflösen. Das Spiel mit der mit Selbstbeschwörung der Zeichen beginnt von neuem, die nächste Klasse ist dran. „Schrägstrich, Schrägstrich“ sagt die Stimme und es folgen in plötzlich aufblitzender Klarheit inmitten eigenartig rhythmischem Gemurmel die Anmerkungen, welche die Programmiererin im Code hinterlassen hat.

Shift Talk: Sa, 24.10.2009, 16.30

www.shusha.ch

Samstag, 22. August 2009

U5 Weltmodell

Künstlergruppe U5

Ausstellung 21. – 28. August 2009
Eröffnung, 21. August 2009, 21 Uhr
Audioperformance von Thomas Meier
Galerie Mü, Müllerstrasse 47, Zürich

Segelschiffe Dubai / Foto: U5

Eine im Modell realisierte fantastische Weltanschauung der Künstlergruppe U5, deren formale Ausführung nicht als Globus, sonder zurück zu mittelalterlichen Vorstellungen der Welt als Scheibe entspricht, bietet dem Betrachter ein multimediales Kaleidoskop an Farbe, Form und Inhalt.

Auf einer 2×2 Meter grossen Platte auf Schulbänken verankert, erbaut sich eine Stadttopografie von mannigfaltiger Formensprache und Deutungsfreiheit. Kläranlage, Planetensee, Friedhof mit Stauraum für Knochen der Kriegsgefallenen, Kabelbinder-Eifelturm, Scientology Headquater mit Pool und Lovezone, Wiedereingliederungs- Anstalt mit bildender Kunst, Raupe im Goldenen Käfig, Maya Tempel, Supermarkt + Freizeitpark PSALM und und und …

Die funktionalen Gebäude wurden durch ein unübersichtliches Strassennetz verbunden, das gesäumt durch Strassenmasten die Stadt erleuchtet. Baumalleen, darunter auch ein Sunset-Boulevard mit Palmen aus Klettpflanzen, Parkanlagen und eine Gebirgskette mit unerwachtem, vulkanisiertem Ungeheuer sind weitere kleine Details aus dem Modell. In der Nachtansicht, bietet die Skyline ein fluoreszierender Farben- und Formenvielfalt, die es dem Betrachterauge unmöglich macht sich ein vollständiges Bild zu verschaffen oder einen Ruhepunkt fürs Auge zu finden. Fantastischer Realismus im Modellcharakter.

Die Frage, was den Reiz eines Weltmodells ausmacht, ergibt sich bei deren Betrachtung. Die Welt aus der Vogelperspektive gesehen, ist die Erkenntnis aus der Übersicht. Relationen werden kurz geschalten, um mittels der eigenen überdimensionierten Betrachterperspektive ein Gefühl der visuellen Vormachtsstellung zu erfahren. Doch trügt dieser Grössenwahn in diesem Weltmodell. Die Übersicht bleibt fern, zu dicht das Gesehene.

Sonne und Planetensee / Foto: U5

Die Eröffnung und Vernissage fand am 21. August 09 in der Galerie Mü statt und wurde von Thomas Meier mit einer Audioperformance begleitet und präsentiert. Dazu wurde eine Filmkamera installiert um eine zweite mediale Betrachtungsebene aus dem Modell heraus zu visualisieren. Das Modell wurde eine Woche davor von U5 in der Galerie Mü installiert und als Teil eines Work in progress, mitunter von temporär eingenommenen U5 Mitgliedern, bis zur Eröffnung fertig gestellt.

Text: Maya Minder

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Film: U5 und Thomas Meier

u5.92u.ch